Anlegen des Kräutergartens

Als Kräuter werden Pflanzen bezeichnet, deren Blätter und Blüten frisch oder getrocknet verarbeitet werden. Man verwendet Sie vor allem als Gewürze, als vitaminreiche Nahrungsergänzung oder als Heilpflanzen. Im eigenen Garten angebaut, sind sie immer frisch vorrätig, haben ein kräftiges Aroma und sind preisgünstiger als gekaufte Kräuter.

Anlegen des Kräutergartens

Die in unseren Kreisen wohl beliebtesten Kräuter sind Petersilie, Dill, Schnittlauch, Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Liebstöckel, Pfefferminz, Majoran (Oregano), Thymian und Salbei. Sie können als vorgezogene Stauden gekauft und ausgepflanzt oder als Saatgut im Frühjahr selbst ausgesät werden. Letzteres empfiehlt sich vor allem bei einjährigen Sorten, die häufig verwendet werden. Das sind zum Beispiel Petersilie, Dill, Schnittlauch und Basilikum. Sie können schon frühzeitig im Saatkasten vorgezogen und dann als Jungpflanzen ausgesetzt werden.

Kräuter - Einsetzen in Pflanzsteine

Mehrjährige Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Liebstöckel, Bergbohnenkraut, Thymian, Pfefferminz oder Majoran werden am besten beim Gärtner gekauft. Sie vermehren sich schnell, und für den Hausgebrauch sind meist ein bis zwei Pflanzen vollkommen ausreichend. Ungeeignet für die Weiterzucht sind die kleinen Kräutertöpfchen, die an den Gemüsetheken der Supermärkte zu finden sind. Sie sind für die sofortige Verwendung gedacht.

Such dir deine Kräuter möglichst nach deinem Geschmack und der tatsächlichen Verwendung in deiner Küche aus. Setze sie dann gleich an verschiedene Stellen im Garten ein, um schnell einen geeigneten Standort zu finden. Die starken ätherischen Öle der Kräuter haben den positiven Nebeneffekt, Ungeziefer fern zu halten. Deshalb empfiehlt es sich, den Kräutergarten in der Nähe der Terrasse anzulegen. Eine Versorgung der Böden mit Kompost reicht üblicherweise als Düngung aus. Einjährige Kräuter mögen gerne auch Düngegüsse mit Brennnesseljauche oder Kompost-Tee. Alle anderen Kräuter brauchen keine so starke Stickstoffdüngung, sind jedoch beim Pflanzen über eine Vorratsdüngung in Form von Hornspänen glücklich.

Da Kräuter unterschiedlich durstig sind, sollten sie auch dementsprechend in eigenen Beeten zusammengepflanzt werden: Ein Beet für trockenheitsliebende Südländer wie Rosmarin, Thymian, Salbei und Majoran und ein anderes Beet für die durstigeren Kräuter wie Liebstöckel, Schnittlauch und Pfefferminz. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihre Pflanzen nicht zu nah aneinander pflanzen. Sie werden teilweise deutlich größer, als man vermuten würde, und brauchen ihren Platz. Kräuter wirken übrigens über sogenannte Phytonzide (Pflanzenstoffe, die in den Boden gelangen) wachstumsfördernd auf ihre Nachbarn.

Ausdauernde Kräuter, die mehrere Jahre an ihrem Standort wachsen, finden ihren Platz gerne in den Beeten am Rand des Gemüsegartens. Dort wachsen im traditionellen Bauerngarten Blütenstauden in friedlicher Eintracht mit langlebigen Gewürzkräutern.

Pflege

Entfernen Sie vertrocknete Pflanzenteile und verjüngen Sie Ihre Kräuter durch Teilung alle paar Jahre. Die Pflanze wird dazu ausgegraben und mit einem Messer oder Spaten geteilt. Die kleineren Teile werden nun wieder ins Beet oder in Töpfe gesetzt und angegossen. Das gibt den Kräutern neue Kraft.

Tipp: Kombiniere Bohnenkraut mit Bohnen oder Basilikum mit Tomaten im Kräuterbeet. Auch Petersilie im Tomatentopf gibt den Früchten geschmacklich eine besondere Note geben.

Kräutergarten – Gestaltungshinweise

Hat unseren Eltern meist noch ein kleines Stückchen ihres Gartens genügt, um sich ein bisschen Schnittlauch, Petersilie und vielleicht noch etwas Dill zu ziehen, so bringt die moderne, mediterrane Küche neue Ideen und Ansprüche mit sich. So planen viele Menschen heute Kräuterspiralen, eine Kräuterecke oder aber einen Kasten mit den wichtigsten Kräutern für Fensterbank und Balkon, um sich mit den wichtigsten Köstlichkeiten, wie Basilikum, Thymian, Rosmarin, Majoran und Estragon eindecken zu können.

In Kräutern schwelgen
Wem dies jedoch nicht genügt, der kann einen wunderschönen Kräutergarten erschaffen, der seine Besucher zum Schwelgen in Pracht, Duft und Geschmack einlädt. Denn ein Kräutergarten muss bei den klassischen Küchenkräutern noch lange nicht aufhören.

Wer schon einmal einen der liebevoll angelegten Kräutergärten in Schlossparks, Museen und Klöstern erkunden durfte, weiß um die Schönheit und die Vielfältigkeit, die heimische und exotische Kräuter bieten können.

Mach doch einfach am nächsten Wochenende einmal einen Ausflug in solch einen Garten und lass dich inspirieren. Dann wirst du erkennen, dass gerade Kräutergärten optisch sehr viel zu bieten haben. Denn die Form und Blütenpracht, gepaart mit herrlichen Dufterlebnissen, machen Kräutergärten zu einem einmaligen Erlebnis.

Eine Frage des Geschmacks
Bei der Planung Ihres Kräutergartens kannst du nach vielen Überlegungen vorgehen. So ist es sinnvoll, dass du die Küchenkräuter dort platzierst, wo du von deinem Haus aus besonders leichten und schnellen Zugriff haben. Am besten sogar dort, wo du die Kräuter von der Küche aus schön im Blick haben, denn du weißt ja: „Aus den Augen, aus dem Sinn“.

Um ein besonders gutes Gedeihen zu ermöglichen, setzt du am besten Kräuter mit gleichen Ansprüchen zusammen. So verträgt sich der genügsame, aber sonnenliebende Thymian zum Beispiel wunderbar mit dem ebenfalls violett blühenden Rosmarin. Beide Pflanzen können in praller Sonne stehen und mögen eher keine Nässe.

Daher eignen sie sich zum Beispiel auch wunderbar, um in einem Steingarten angepflanzt zu werden. Dieser sollte immer ein wenig Höhe haben, also zum Beispiel als Hang angelegt sein, damit das Regenwasser keine Staunässe bilden kann. Wählen Sie am besten Steine, die sich in der Form ähneln, um optisch für Ruhe und Harmonie zu sorgen.

Du kannst hier auch gerne Enzian, Melisse, Salbei, Anis, Kümmel und Fenchel anbauen und somit sehr aromatische und schöne Gäste in deinen Garten holen. Aber auch typische Wegepflanzen und Wildgemüse, wie die Wegerauke, Girsch, Knoblauchrauke, Hirtentäschel und Platterbse sind hier einen Versuch wert und können deine Küche um wertvolle Anregungen erweitern.

Ein Teich und seine Möglichkeiten
Typische Ufer- und Schattenpflanzen wie Minze, Waldmeister, Bärlauch, Schnittlauch und Kresse kannst du sehr erfolgreich in den ansonsten eher komplizierten schattigen und nassen Zonen Ihres Gartens setzen. Besonders schön können diese zum Beispiel einen kleinen Teich in Szene setzen.

Vergiss in dieser Zone auch nicht, der vielfach geschmähten Brennnessel einen Platz einzuräumen, so hast du neben schmackhaftem Gemüse auch immer einen bewährten Helfer gegen Schädlinge zur Hand, der außerdem ein sehr gutes Pflanzenstärkungsmittel und Dünger für andere Pflanzen liefert. Zudem wird Brennnessel als Schmetterlingsweide geschätzt.

Frische Kräuter selbst anbauen

Duftendes Paradies: Frische Kräuter selbst anbauen
Ein eigener Kräutergarten macht glücklich. Denn egal ob im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank: In Pflanzkübeln, Blumenkästen und Töpfen gedeihen Kräuter üppig, bereichern unsere Küche und werden zu einem wunderschönen Blickfang.

Um Kräuter anzubauen benötigt man eigentlich nur drei Dinge: ein Pflanzgefäß, Erde und Pflanzen bzw. Saatgut. Töpfe oder für den Balkon auch ideal Balkonkästen sind genau die richtige Wahl für Kräuter. Im Kasten können gleich mehrere, zum Beispiel mediterrane oder einheimische Kräuter kombiniert werden, Mischkulturen sind meist die bessere Wahl, da Monokulturen für Schädlinge anfälliger sind. Raumgreifende Kräuter wie Rosmarin oder Lavendel werden am besten in Kübel oder Töpfe gepflanzt, so können die Wurzeln sich prima entfalten und die Pflanzen gedeihen hervorragend. Kälte- und Frostempfindliche Kräuter wie Currykraut oder Lorbeer oder auch einjährige Kräuter wie Koriander oder Kerbel gedeihen im Topf sogar besser als im Beet.

Auf den Standort kommt es an
Natürlich müssen Kräuter auch zum Standort passen, daher lohnt es sich darauf achten, ob sie Sonne, Halbschatten oder gar Schatten bevorzugen. Wobei die meisten Kräuter auch im Halbschatten gedeihen. Basilikum, Salbei, Lavendel, Oregano, Rosmarin oder Thymian gehören zu den mediterranen Kräutern und lieben die Sonne. Da sie an karge Böden angepasst sind, eignet sich spezielle Kräutererde prima und sie sollten auch nicht zu häufig gedüngt werden. Sie machen sich besonders gut in Terrakotta oder Tongefäßen. Und da Staunässe unbedingt vermieden werden sollte, lohnt es sich auf eine gute Drainage und ein Abflussloch im Topf zu achten! Mit den richtigen Pflanzen kann man sich auch bei wenig Sonne über eine reiche Kräuterernte freuen, denn auch im Schatten bzw. Halbschatten gedeihen einige Kräuter sehr gut. Dazu gehören zum Beispiel Minze, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Bärlauch oder Waldmeister.

Auf den Nachbarn kommt es an
Werden die Kräuter gut gepflegt, kann oft sogar ganzjährig geerntet werden. Wie beim Würzen gilt auch beim Anbau, dass einige Kräuter besonders gut harmonieren wenn sie nebeneinander gepflanzt werden, andere jedoch weniger. Viele Kräuter haben wertvolle Eigenschaften, von denen ihre Pflanznachbarn profitieren können. So vertreibt zum Beispiel Basilikum weiße Fliegen und schützt seine Pflanzpartner vor Mehltau, Kamille unterstützt das Wachstum von z.B. Majoran und Dill, Rosmarin fördert das Wachstum von Basilikum. Folgende Kombinationen sollten allerdings besser vermieden werden, da ihre Ansprüche einfach zu unterschiedlich sind bzw. eine Kombination aus ein- und mehrjährigen Kräutern in den meisten Fällen vermieden werden sollte, da mehrjährige Pflanzen nicht jedes Jahr einen neuen Nachbarn begrüßen mögen: Kamille & Minze, Thymian & Majoran, Fenchel & Koriander und Dill & Estragon. Eine gute Mischung an einjährigen ist zum Beispiel Dill mit Borretsch, Kerbel, Majoran und Petersilie. Bei den mehrjährigen Vertretern passen zum Beispiel Thymian, Salbei und Estragon gut zusammen.

In der Küche und bei Bienen beliebt
Kräuter sind vielmehr als ein optischer Blickfang und mindestens genauso schön wie typische Balkonpflanzen: Sie duften herrlich und eignen sich perfekt um Lieblingsgerichte oder auch Cocktails zu verfeinern. Sie sind ein aromatisches Würzmittel für Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichte, runden Salate perfekt ab und ergänzen Cocktails oder Desserts prima. Aus frischem Salbei, Thymian, Melisse oder Minze lassen sich außerdem auch gesunde Tees aufbrühen. Und was in der Küche nicht benötigt wird, darf unbedingt zum Blühen kommen, denn das sieht nicht nur zauberhaft aus, es erfreut auch Insekten wie Bienen oder Hummeln.

Kräuter von der Fensterbank
Und auch wer keinen Balkon oder Garten hat, muss auf selbstgezogene frische Kräuter natürlich nicht verzichten. Auf einer hellen aber besser nicht sonnigen Fensterbank fühlen sich viele Kräuter ausgesprochen wohl und können beim Kochen direkt geerntet werden. Zudem verschönert das frische Grün jede Küche. Die Kräuter sollten regelmäßig gegossen werden, wobei Staunässe auch hier unbedingt vermieden werden sollte. Bei trockener Luft können die Kräuter zusätzlich mit etwas Wasser besprüht werden.

Frische Kräuter im Garten

Kräutergärten sind nach wie vor sehr beliebt. Viele Gartenbesitzer säen Kräuter mehr zu optischen Zwecken, andere dagegen für den eigenen Nutzen als sogenannte Küchenkräuter.

Bevor man Kräuter anbauen kann, sollte man im eigenen Garten einen genügend großen Bereich abtrennen. Auch im kleinsten Reihenhaus-Garten ist meist noch Platz für eine kleine Kräuterecke. Anschließend geht es darum, welche Kräuter man anpflanzen möchte.

Wichtige Überlegungen beim Einpflanzen sind die Abstände der Kräuterpflanzen untereinander, die Höhe, welche sie erreichen können, und ob sie eher Licht oder Schatten brauchen. Weiterhin ist zu überlegen, ob einjährige, zweijährige oder mehrjährige Kräuterpflanzen verwendet werden. Idealerweise ist der eigene Kräutergarten so aufzuteilen, dass im Vordergrund die ein- und zweijährigen Kräuter eingepflanzt werden und die mehrjährigen im Hintergrund stehen.

Standort und Boden für Kräuterpflanzen
Viele Küchenkräuter, die aus dem Mittelmeerraum kommen, benötigen viel Sonne. Teilweise gedeihen sie am besten an windgeschützten Stellen. Zu diesen Kräutern gehören Thymian, Oregano, Lavendel, Basilikum und Rosmarin. Unsere heimischen Kräuter sind dagegen viel robuster. Sie können Feuchtigkeit, Schatten und sogar Kälte vertragen. Zu diesen Kräutern gehören Schnittlauch, Petersilie, Brunnenkresse, Brennnessel und Löwenzahn. Es gibt aber auch Kräuter, die nur im Schatten gedeihen. Hierzu gehören Waldmeister, Sauerampfer und Kerbel.

Neben dem Standort spielt aber auch der Boden eine wichtige Rolle. Zunächst sollte dieser sehr fein sein, damit die Samen gut keimen können. Ebenfalls sollte man vor dem Einsäen den Boden ein wenig anfeuchten, damit die Saat besser angeht. Anschließendes Gießen nicht vergessen. Die ein- und zweijährigen Pflanzen sollten wenigstens einmal jährlich umgepflanzt werden. Die mehrjährigen Kräuter ungefähr nach fünf Jahren. Durch diesen Standortwechsel wird gleichzeitig auch die Qualität verbessert.

Grundlegendes zur Pflege von Kräuterpflanzen
Im Frühjahr und im Herbst sollte das Kräuterbeet nicht nur von Unkraut gereinigt, sondern auch umgegraben werden. Ein anschließendes Düngen hilft den Pflanzen, wieder zu Kräften zu kommen. Idealerweise verschafft man sich vorher einen genauen Überblick über die Bodenbeschaffenheit. Als Düngemittel kommen in der Regel Kalium, Magnesium, Stickstoff, Kalk, Hornspäne, Kompost, Knochenmehl und auch Stallmist zum Einsatz. Es sollte jedoch nur sparsam eingesetzt werden.

Wichtig ist, dass man insbesondere im Frühjahr die Jungpflanzen nicht dem Frost aussetzt. Eine Abdeckung mit Rindenmulch oder Vlies kann hier dienlich sein. In der Anwachsphase benötigen die jungen Pflanzen eine ausreichende Feuchtigkeit. Auch hierbei sind Vlies und Rindenmulch hilfreich. Durch leichtes Harken sollte die Bodenoberfläche gelockert werden, jedoch nicht zu tief, damit die empfindlichen jungen Wurzeln nicht beschädigt werden. Nun kann beim Gießen das Wasser leicht in den Boden und zu den Wurzeln dringen.

Verständlicherweise sollte der Bereich, in dem die Kräuter wachsen, regelmäßig von Unkraut befreit werden. Durch Jäten mit der Hand geschieht dies auf recht schonende Weise.

Wachsen Kräuter zu dicht nebeneinander, so werden sie ausgedünnt. Um das Wachstum einiger Kräuter zu beschleunigen, werden die kleineren Äste der Pflanzen zurückgeschnitten oder die Blüten blühender Kräuter entfernt. Dies fördert in allen Fällen den Blattwuchs.

Besondere Kräuter mit Aromen

Jetzt sprießen sie wieder: Gartenkräuter – und wecken die Kräuterlust. Doch allzu oft stellt sich dabei die Frage: „Wie verwendet man dieses Kraut eigentlich?“ Hier findest du praktische Antworten, die jetzt weiterhelfen.

Spearmint-Minze oder Pfeffer-Minze, Ingwerminze oder Kärntnerminze – von A (wie Ananas-Minze) bis Z (wie Zitronenminze) möchte man sie am liebsten alle in den Garten pflanzen. Ein solcher Wunsch ist im Übrigen durchaus richtig gedacht, denn die Bandbreite gerade der Minzen ist weit gefächert: Für unterschiedliche Verwendungen nutzt du tatsächlich grundverschiedene Minzearten und -sorten.

Entscheidend dabei ist ihr jeweiliger Mentholgehalt. Menthol ist der bei Minzen wesentlich bestimmende Inhaltsstoff, er schmeckt umso schärfer und durchdringender, je mehr davon eine Minze enthält. Nicht alle Menschen vertragen Menthol gleich gut und sollten erforderlichenfalls auf solche Minzen umsteigen, die weniger Menthol beinhalten.

Minzen mit viel Menthol (wie Spearmint-Minze, Marokkanische Minze oder Pfeffer-Minze) sind begehrte Minzen für den Teegenuss. Die Karoo-Minze bringt dabei zugleich eine liebliche Süße in den Tee ihrer Blätter mit ein.
Hierzulande weitgehend ungewohnt ist es hingegen, deftige Speisen mit Minzen zu würzen. Dabei gewinnt Lamm, wenn es mit Englischer Grüner Minze gewürzt ist. Und so verrückt es klingen mag: keine Erbsensuppe ohne Minze! Testen Sie dazu einmal speziell die mild würzige, mentholarme Kärtner Minze mit ihrer warmen Kümmelnote. Sie ist darüber hinaus nicht nur ein Muss im Rezept der österreichischen Nationalspeise „Kärtner Kasnudeln“. Sie rundet auch ein schnell mal gemachtes Omelette auf raffinierte Weise ab.


Achtung – Ausbrecher!

Minzen neigen zu starker Ausläuferbildung. Wo das im Garten unerwünscht ist, pflanzen Sie Minzen im Beet stets in die Mitte eines alten 10 Liter-Blumentopfes oder Eimers, jeweils ohne Boden. Dabei den Gefäßrand etwa fünf Zentimeter hoch aus der Erde schauen lassen. Mit diesem Pflanztrick bändigen Sie auch die stark wüchsigen Minzensorten recht zuverlässig.

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die exotischen Minzen: Ananas-Minze, Bananen-Minze, Erdbeer-Minze, Grapefruit-Minze, Ingwer-Minze, Schokoladen-Minze, Zitronen-Minze, um nur einige zu nennen. All diese sind nicht superstark Menthol haltig, aber es sticht doch aus z.B. Schoko- und Zitrus-Minze stärker Menthol hervor als aus Bananen- oder Erdbeer-Minze.

All diese großen Namen verleiten leicht dazu, dass von Ihnen Aromabomben im Hinblick auf die den einzelnen Minzenamen vorangestellten Bezeichnungen erwartet wird. Wahr ist aber viel mehr, dass diese Minzen lediglich ein Beiaroma derjenigen Pflanzen haben, deren Namen sie mit sich führen.

Bedeutet für die Verwendung konkret: eine Bananen- oder Erdbeer-Minze bleibt jeweils immer eine Minze. Aber ihr Aromamix mit dem Anklang von z.B. Banane oder Erdbeere (das sie am optimalen Standort entwickelt) passt bestens zu Bananen-Split oder in die Schlagsahne zu frischen Erdbeeren. Ananas-, Ingwer- und Zitrus-Minzen hingegen passen prima zu Obstsalaten oder fruchtigen Belägen für Tortenböden: einfach klein gehackte Minze in die warme Gelatine einrühren.

Lust auf (Duft)Wolke sieben?

Pflanze jetzt ein paar kräftig Menthol haltige Minzen mehr und nutzen sie im Sommer zur Raumbeduftung – an heißen Tagen eine wahre Wohltat! Die frischen Triebe am besten wie einen Kräuterteppich auf dem Boden auslegen und begehen. Funktioniert auch zum Beduften von Balkon und Terrassen während der Gartenparty!

Das riecht doch wie – hmmm, Minze!

Minzenaromen finden sich verblüffender Weise auch in Gartenkräutern die mit Mentha so gar nicht verwandt sind. Schnupper in deinem Gartencenter doch mal an Bergminze, Minzverbene und Argentinischem Minzstrauch, die du allesamt ebenfalls in der Küche nutzen können.

Duft-Geranien
Deftig und süß – dieses faszinierende Doppelspiel der Aromenvielfalt funktioniert nicht nur bei Minzen, sondern auch bei Duftgeranien. Die Vielfalt ihrer Blattaromen reichen von A wie Apfel bis Z wie Zitrone. Dazwischen liegen Geranien mit Duft nach Balsam, Cocos, Erdbeere, Gummibärchen, Haselnuss, Ingwer, Karotten, Mandeln, Muskatnuss, Orangen, Pfefferminze, Rosen – und, und, und. Weitaus vielseitiger sind sie, als sie hier umfassend dargestellt werden könnten. Entsprechend vielseitig sind die Verwendungsmöglichkeiten.

Dabei gilt: Je reiner ein Duftgeranienaroma ist, desto tendenziell besser passt es in der Küchenverwendung. Rosenduftende Pelargonien eignen sich für das Aromatisieren von Zucker, wenn man die Blätter sanft quetscht und etwa drei Wochen in Zucker einlegt. Blätter mit dieser Würze passen zu Fruchtig-Süßem wie Melone oder Pfirsich. Rosen-, aber auch apfelaromatische Arten oder Sorten eignen sich gut, um mit ihnen im Sommer Gelees zu würzen.

Die Briten machen es wie folgt: Man nehme eine mit Butter gefettete Springform, lege sie mit apfelaromatischen Duftgeranienblättern aus (z.B. Pelargonium odoratissmum oder Pelargonium ‚Apple Mint’ ), gebe darüber Mürbteig und Äpfel und backe das ganze. Vor dem Servieren der nun herrlich geranienbedufteten Köstlichkeit die Blätter wieder entfernen. In England nutzt man Rosen-, aber auch apfelaromatische Arten oder Sorten als teeähnlichen Auszug sowie im Fruchtpunsch (hier speziell auch zitronenaromatische Duftgeranien) und als klein gewiegte Blätter in Sorbets (je nach Geschmacksrichtung rosiges, zitroniges oder auch minziges Aroma). Zitronengeranien passen auch gut in Kräuteressige.

Erschließen sich Kräuter mit Fruchtaromen leichter einer passenden Verwendungsidee, fällt vielen Kräuterfreunden die Nutzung von Bitterkräutern weitaus schwerer. Was macht man eigentlich mit Beifuß oder Eberraute, mit Salbei, Wermut, Weinraute und Ysop? Lass dich vom zunächst einmal gallebitteren Geschmack der Kräuter nicht falsch beeindrucken! Die Dosis macht´s – und richtig dosiert sind Bitterkräuter ein wahrer Genuss. Bedenke, dass Bittere eine der vier Grundgeschmacks-wahrnehmungen ist und - passend angewendet - eine Speise buchstäblich harmonisch abrundet!

Beifuß etwa ist ein Muss in der Gänsefüllung. So, wie er generell zu fettem Fisch oder Fleisch passt, zum Aal ebenso, wie zum Schweinsbraten. Diese beiden würzt auch Salbei angenehm – und die Kartoffelsuppe. Salbeiblätter, in Bierteig gewendet und frittiert, sind eine genussvolle Nascherei. Salbei passt brillant zu Lamm speziell dann, wenn der Dreiklang Rosmarin, Lavendel und Griechischer Bergtee (Sideritis odorata) die Komposition abrundet und abschließend eine Prise Zimt plus etwas dunkle Schokolade ins Spiel kommen.
Wermut verwenden Sie wie Beifuß, nur sparsamer und vor allem zu Wild (Hase, Wildschwein). Weinraute passt besser zu Lamm, zu Käse oder zu Eiergerichten. Ysop bereichert Bohnensuppen, aber auch deftige Quarkspeisen. All dem fügen die genannten Kräuter eine appetitliche Bitternote bei.

Die Krönung aber ist das Pastorenkraut, die Eberraute. Deren balsamische Bittere ist eine Köstlichkeit ohne gleichen. Spicke den Schweinsbraten damit, runde mit ihm die Wildsoße ab, mach die Geflügelfüllung damit bekömmlicher, gib dem Hackbraten einen besonderen Kick und versäume nicht, deinem Gurkensalat ein paar Blättchen beizufügen! Auch zu hellem Fleisch, wie Kalb oder Pute, ist es ein Genuss.

Heilkräuter im eigenen Garten anbauen …

… kann man ohne großen Aufwand viele dieser Pflanzen. Zum Beispiel: Ringelblumen für Salbe, Lavendel und Wegerich, Minze und Kamille (entzündungshemmend). Ginseng, der die grauen Zellen in Schwung hält oder Rosmarin, welches zur Heilpflanze des Jahres 2011 gekürt wurde. In der Mittelmeerküche mehr als beliebt, gewinnt Rosmarin auch hierzulande immer mehr Freunde. Als Gewürz verfeinert man damit viele Gerichte, und schon die Mönche im Kloster nannten Rosmarin als eine der wichtigsten Heilpflanzen. Tee und Tinkturen zur äußerlichen Anwendung werden gern mit diesem Kraut hergestellt. Es hilft gegen niedrigen Blutdruck und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Herzbeschwerden werden gelindert und Migräne ebenso. Zudem gilt Rosmarin als nervenstärkend und lindernd während der Wechseljahre. Bei Gelenkbeschwerden kann eine Tinktur aus Rosmarin zum Einreiben zuverlässig helfen.

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